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Tipp des Monats - Schinkel, André: Bodenkunde

: Gedichte / André Schinkel. - Halle (Saale) : Mitteldeutscher Verlag, 2017. - 111 Seiten : Illustration

Die Suche nach ansprechender Lyrik gestaltet sich in neueren Zeiten zumeist schwierig. Gerade, wenn man nach klassischen Formen sucht. Ein Autor, der sowohl die klassische Kunst der Dichtung als auch freie Rhythmen beherrscht, ist der Wahlhallenser André Schinkel.

In seinem Band „Bodenkunde“ taucht der studierte Archäologe nicht nur in die verschiedenen Erdschichten sondern auch in die verschiedenen Gefühlslagen ein. Diese reichen von Liebe, Sehnsucht, Melancholie bis hin zu verträumter Nostalgie und auch Lust. Mal webt er die Worte zu prosaischen Miniaturen, mal reimt er sich durch Sonette und Poeme. Der Inhalt ist nie entrückt, sondern stets greifbar. Das Leben selbst liefert den Faden der stets wortgewaltig gesponnen wird. Auch die Orte, an denen Schinkel für längere oder kürzere Zeit sein Domizil aufgeschlagen hatte, finden sich in seiner Poetik wieder. So widmet er ein Gedicht dem Brocken, ein anderes führt ins Rosental, ein weiteres in die Ferne nach Bosnien. In seiner Liebeslyrik geht es um Hoffnung, Halt und Verlassenwerden. Seine Texte spiegeln Ruhe und Erdung. Seine Worte sind durchdacht und frisch, obgleich sie sich auch vor alten Meistern verneigen können.

Schinkels Lyrik ist unterhaltsam, regt zum Nachdenken und auch zum Verweilen zwischen den Zeilen ein. Und er beweist, dass Lyrik auch in der heutigen Zeit fernab von Poetry Slam und kurzen Gefühlsskizzen stattfindet und zwar in ihrer Reinform: Als Wortkunst.

Empfohlen von Herr Digwa / Zentralbibliothek.

Standort:
Zentralbibliothek
R 20
Schi