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Hochwasserschutzanlage Passendorfer Damm

Hochwasser verstehen und frühzeitig erkennen! 

Der in den 1930er Jahren aufgeschüttete 3,5 Kilometer lange  Passendorfer Damm zeigte beim Hochwasser 2013 erhebliche Schwach- und Sickerstellen. Deshalb war eine grundlegende Sanierung mit Erhöhung der Deichkrone zwingend notwendig geworden.

Skizze Damm mit Wasser

Schnittdarstellung Dammanlage

 

IErdhügel und Wiese Sanierung des Damms (Quelle: Stadtgestaltung Halle)m August 2018 fand die Teilabnahme des neuen Damms  statt.                  Über 4,7 Millionen Euro wurden bis dahin in die DIN-gerechte Sanierung investiert, eine bis zu 6 Meter tiefe dichtende Trennwand in den Deichkörper eingebracht und die Dammkrone zur Nutzung für Fußgänger und Radfahrer asphaltiert. Für weitere 2,5 Millionen Euro soll noch ein notwendiger zusätzlicher Entlastungsgraben im Bereich Angersdorf entstehen.

Hochwasser sind natürliche Ereignisse. Für Auwälder besitzen sie eine wichtige ökologische Funktion. Durch Wechsel von Austrocknung und Überflutung entstehen vielfältige  Lebensräume für die ihm angepassten Pflanzen und Tierarten.  Hat das Gewässer bei zu hoher Wasserführung nicht genügend Raum zur Ausuferung (z.B. in die Flussauen) und keine natürlichen Rückhaltemöglichkeiten tritt es über seine Ufer und es kommt zu Überschwemmungen.

Entstehung von Hochwassern

Häuser, Regenwolken, Sonne, Erde(Quelle: NLWKN Niedersachsen)

In den Wintermonaten werden Hochwasser durch von Tauwetter bedingte starke Schneeschmelze, meist in Verbindung mit weiteren Niederschlägen verursacht.

In den Sommermonaten können erhebliche und lang anhaltende Niederschlagsmengen in kürzester Zeit Hochwasser verursachen.

Durch den in den letzten Jahrzehnten sich verstärkenden Klimawandel entstehen Extremwetterlagen, wie im Juni 2013, aber auch zunehmend Starkregenereignisse.
Das Hochwasser der Saale in Halle wird durch die Zuflüsse der Weißen Elster und der Unstrut stark beeinflusst. Die aktuellen Pegelstände der Saale für das Stadtgebiet werden in Hohenweiden/Röpzig und in Halle-Trotha vom LHW in Echtzeit gemessen und können im Internet unter hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de.abgerufen werden.

 Meldestufen der Hochwassermeldedienste in Sachsen-Anhalt

Alarmstufe 1

- 4,00  m

(Meldebeginn)

Flussbett bordvoll, stellenweise kleine Ausuferungen.

Alarmstufe 2

- 4,50 m

(Kontrolldienst)

Ausuferungen, die bei eingedeichten Gewässern bis an den Deichfuß reichen, treten auf. Land- und forstwirtschaftliche Flächen sind überflutet, teilweise leichte Verkehrsbehinderungen an Straßen.
 

Alarmstufe 3

- 5,50 m

(Wachdienst)

Überflutung einzelner Grundstücke, Straßen oder Keller möglich. Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen. Bei eingedeichten Gewässern steht das Wasser bis zur halben Deichhöhe

Alarmstufe 4

- 6,30 m

(Hochwasserabwehr)

Überflutung größerer Flächen, unmittelbare Gefährdung für Menschen, Tiere, Objekte und Anlagen. Standsicherheit der Deiche ist gefährdet. Gefahr der Deichüberströmung.