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Archivale des Monats Oktober 2019

50 Jahre Halloren- und Salinemuseum

Plakat vom Salinemuseum1964 wurde die Salzproduktion in der Saline VEB Hallesche Pfännerschaft eingestellt. Eine museale Nutzung des gesamten Komplexes sahen bereits die  nach Schließung der Saline entwickelten Konzepte vor. Mit der Sanierung des Siedehauses VI und dem Einbau einer neuen Siedeanlage  kamen die ursprünglichen Nutzungsvorstellungen zumindest teilweise zum Tragen.
Im Oktober 1969 wurde das technische Museum mit Siedepfanne und Trockenpfanne als erstes Industriezweigmuseum der DDR eröffnet. Es ermöglichte fortan eine bis heute anhaltende Schauproduktion und Herstellung des „Hallore-Siedesalzes“. Bei den regelmäßig durchgeführten Schausiedeveranstaltungen kann der Besucher die Technologie der Salzgewinnung des 18./19. Jahrhunderts erleben und mehr über die Salzstadt Halle, ihre beiden Salzwerke und die Salzarbeiter, die „Halloren“, erfahren.

Das zur Eröffnung des technischen Museums gestaltete Plakat erinnert gleichsam an das über Jahrhunderte hinweg für die Stadt Halle bedeutsame Gewerk. Der hallesche Grafiker Helmut Brade griff dabei auf historische Darstellungen zurück. Gezeigt wird das Innere eines vor der Industrialisierung gebräuchlichen Siedehauses (Siedekoth) mit einer kleinen Siedepfanne, in der Sole bis zum Auskristallisieren des „Weißen Goldes“ erhitzt wurde. Das abgesetzte Salz wurde von den Salzwirkern an den Pfannenrand gezogen und zum Trocknen in Körbe geschüttet.

Zum Künstler Helmut Brade
Nach seinem Studium in Keramik, Architektur und Grafikdesign von 1955 bis 1960 an der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, Burg Giebichenstein arbeitete Helmut Brade als freischaffender Grafiker in Halle und ab 1972 auch als Bühnenbildner an internationalen Theatern und Opernhäusern. Ab 1993 lehrte er an der Burg Giebichenstein Halle für Kunst und Design, wo er ein Jahr später eine Professur für Kommunikationsdesign erwarb, die er bis zu seiner Emeritierung 2003 innehatte. 1999 bis 2004 war er Präsident der Freien Akademie der Künste in Leipzig. Während seiner Tätigkeiten erhielt er einige Auszeichnungen wie zum Beispiel den Kunstpreis der Stadt Halle, den Nationalpreis der DDR (1988) oder auch den Händelpreis (1990). Für die Umgestaltung des Riebeckplatzes fertigte er eine Porträtleiste an, die 42 berühmte, wenngleich nicht mehr lebende Persönlichkeiten der hallischen Stadtgeschichte zeigt.