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Archivale des Monats August 2019

Vor 325 Jahren, am 12. Juli 1694 – wird in Halle die Universität mit 4 Fakultäten gegründet

Rückseite Medaille

Vorderseite der Medaille„Nach Mittage (des 2. Juli) wurden allen Herren Professoribus, allen Collegiis, denen acht Herrn Grafen, so die Insignia getragen (d.i. bei dem feierlichen Aufzuge in der Domkirche) und allen anderen, so bey diesem Aufzuge einige Mühe gehabt, die dazu geschlagenen güldene und silberne Medaillen ausgeteilet, deren die eine die Umstände der Zeit dieser Fundation, nehmlich des Kriegs [...] fürstellete [...]" (aus: M. v. Bahrfeldt,: Die Schaumuenzen der Universität Halle-Wittenberg 1694-1925. Halle 1926, S.12)

Vorderseite: Brustbild des Kurfürsten n.r. mit großer Lockenperücke, Panzerung angedeutet, auf dem Riemenwerk große Agraffe. Am Armabschnitt: R·FALTZ·Umschrift: FRIDER·III·D·G·M·BRAND·S·R· | ·A·C·ET·ELECT (= Fridericus III. Dei Gratia Marchio Brandenburgensis Sacri Romani Imperii Archicamerarius et Elector)

Rückseite: Mars und Minerva reichen sich über der lodernden Opferflamme eines Altars die Hände. Hintergrund: Stadtansicht von Halle. Umschrift: FELICITATI·TEMPORVM. Im unteren Abschnitt dreizeilig: ACADEMIA·HALLENSI· | MED·BELLO·FVNDATA· | M·DC·XCIV

Die Hallische Universität, die aus einer vorhandenen Ritterakademie erwachsen war, besitzt nicht einen, sondern eigentlich drei Geburtstage. Im Jahre 1502, also vor 517 Jahren, wurde der älteste Zweig unserer Hochschule, die Universität Wittenberg, durch Friedrich den Weisen, Kurfürst von Sachsen, gegründet. Vor 325 Jahren gründete Friedrich III., Kurfürst von Brandenburg, der sich am 18. Januar 1701 in seiner Eigenschaft als souveräner Herzog von Preußen als Friedrich I. die preußische Königskrone eigenhändig aufs Haupt setzte, die Universität Halle. Die feierliche Eröffnung hat Friedrich III., bei der bereits 700 Studenten eingeschrieben waren, auf seinen 37. Geburtstag gelegt und damit den 1. Juli 1694 als den historischen Gründungstag verankert.
Am 21. Juni 1817 vereinigte sich die durch Napoleon zum Erliegen gebrachte Universität Wittenberg mit der von Halle unter feierlicher Einholung ihrer noch vorhandenen Professoren in die Saalestadt. So kam die Hochschule zu dem damals gebräuchlichen Namen „Vereinigte Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg“. Im November 1933, zu Martin Luthers Geburtstag am 10. November, wurde die Universität in Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg umbenannt.


Bildunterschrift
Vorder- und Rückseite der 1694 von Wilhelm Ernst Tentzel (1659–1707) beauftragten, von Raimund Faltz (1658–1703) gravierten und von der Kurfürstlichen Münze Berlin hergestellten Silbermedaille. Sie hat ein Gewicht von 58,48 Gramm und einen Durchmesser von 48 Millimetern.